Die Freiheit. Sie kommt.

Da ist diese arme junge Frau mit dem armen kleinen Jungen. Sie wohnen in diesem winzigen Dorf ohne Namen, alleinerziehend. Sie werden bedrängt, ausgeraubt, bedroht – von einer bösen Bande. Taugenichtse. Ohne Grund. Ohne Recht. Das muss enden! Diesen guten Menschen, ihnen muss geholfen werden! Aber wer nur, wer kann ihnen helfen? Es gibt keinen Ausweg. Es wurde alles versucht. Die Hoffnung ist am Ende.
Aber dann. Aus dem Dunkel, an glühendem Horizont – es regt sich etwas. Aufbrandende Musik. Und dann die Worte, mit sonorer Stimme aus dem Off, ja geradezu aus dem Himmel: „Er kommt.“ In schwarzem Wagen mit rotem Scanner-Auge, das alles sieht. Der Deus in der Maschine, der alles weiß. Überlegenheit durch Technik. Auf den Flügeln des Wahren und Richtigen fährt er in eine Welt des Falschen.
Und sofort fällt alle Verzweiflung, alle Ohnmacht, alle Ratlosigkeit, ja die ganze Ausweglosigkeit von den Menschen ab. Die Erlösung, sie ist nahe.
Denn er kommt. „Knight Rider, ein Mann und sein Auto“. Sie kämpfen gegen das Unrecht in der Welt und bringen die Gerechtigkeit, die Hoffnung und Freude zurück. Und nur eine knappe Stunde später liegen sich alle in den Armen. Der kleine Junge und seine Mama können wieder lachen und sie winken dem strahlenden Held, der mit seinem treuen Pferd K.I.T.T. gen Horizont davon und wieder aus ihren Leben reitet.
Ja, okay, es stimmt: die „Lady in Peril“ ist eine Trope. Und die abgedroschene 1980er-Jahre-getränkte Verpflanzung eines Western-Motifs in Knight Rider hat schon einen Bart. Aber Moment: die Kraft dieser Mär ist keine Illusion, ist nicht ausgedacht. In ihr liegt eine tiefe Wahrheit, eine Art Grundbedürfnis der Welt und ihrer Bewohner. Die Welt, sie braucht einen Erlöser, dann und wann. Vielleicht immer öfter.
In den 80er und 90ziger Jahren konnte man mit dieser Erkenntnis offenbar nur die Schuljungs der Zeit hinter dem Ofen hervorlocken. Die unzähligen Erfolgs-TV-Serien jener Zeit aus der Fließbandmaschine der Universal-Studios brachte uns „Das A-Team“, „AirWolf“, „Einen Colt für alle Fälle“. Im Zeichentrick Juwelen wie „M.A.S.K.“, die „Galaxy Rangers“ oder „Captain Future“. Und im Kino rettete Luke Skywalker und der – heute würde man sagen „proaktive“ – Han Solo die verzweifelte Prinzessin Lea und das ganze Universum gleich mit. Und immer sind es die Jungs, die die Mädels retten müssen. Furchtbar sowas, so klischeehaft, so androzentrisch. Durchtränkt von Paternalismus, ja Patriarchalismus! Womit wir beim Thema wären:
Die göttliche Intervention

Was soll man sagen: Das Motif der „Erlösung“ ist eben so alt wie die Welt. Es gibt da dieses Buch, darin gibt es Geschichten, die auch aus dem Off erzählt werden, und zwar tatsächlich „von oben“, aus dem Himmel. Ist Gott ein Mann? Naive frage, aber so denken viele. Aber er sagte es eben „Er kommt“. Der Heiland! Der Wahrhaftige. Der Erlöser. Und in einer sonderbaren Verspinnung von Handelndem und Auftragendem kommt Gott gleich auch selbst. Ist Devon von der Foundation für Recht und Verfassung und Michael Knight (der Name!) in Personalunion. Archangel und Stringfellow Hawke zugleich. Er kommt. Und das Satzzeichen am Ende, der Punkt, ist wie die Faust auf den Tisch, der Schlussstrich unter das Übel der Welt. Felsen werden zerspringen und Vorhänge zerreißen. Im Blitz Gottes, wie wenn das Vorratslama in Fortnite vom Himmel herabfährt und mit Donnerknall reichen Loot über den Spielern ausschüttet, den Durst nach HP stillt. Die guten Zeiten, sie Brechen an mit der Ankunft des Sohnes, der Ankunft Gottes auf Erden. Es ist wie Aufatmen nach langem Tauchgang. Ein „Breath of Fresh Air“, wie saubere Bergluft am Morgen oder klares Wasser in einem Gebirgsfluss.
Das Kino zeigt uns jetzt seit über einem Jahrzehnt Superheldenfilme. Es heißt immer, dass die Themen des Kinos auch ein Spiegel ihrer Zeit sind. Am Anfang der Welle von Marvel– und DC-Filmen sah es noch so aus, als ob es einfach daran läge, dass die Comic-Verlage schlicht damit begonnen hätten, ihre Franchises auf einem anderen Level weiter zu vermarkten. Als läge dahinter eine reine Business-Logik. Aber könnte es nicht sein, dass da irgend jemand erspürt hat, dass es der Welt nach Erlösung dürstet? Und wenn nicht bei den Machern, dann doch beim Volk, denn im Kino entscheidet der Erfolg eines Films, eines Sujets, darüber, ob es weitergeht. Von den Machern weiß niemand irgendwas. Aber die Abstimmung mit den Füßen, an den Box Offices der Welt zeigte offenbar, dass hier mit einem weltweiten Trend Kasse gemacht werden kann.
Im Rückgriff wieder auf die 1980er Jahre heißt es immer, die dystopischen Filme, von „Blade Runner“ über „1984“ bis zum „Terminator“ seien Ausdruck der damals klirrenden Lage im kalten Krieg. „WarGames“, die Erzählungen von Philipp K. Dick, diese ganze Endzeit – das alles war „Seelenschlacke“, ein „Sediment“ der Überforderung. Mit dem drohenden Atomkrieg, der „Langeweile“ nach Weltkrieg und Vietnam, den faszinierenden aber auch unheimlichen neuen Errungenschaften der Elektronik, der Computer, der Roboter. Das alles kann etwas viel sein, für den Einzelnen, und für eine Gesellschaft. Das Kino ist Verheißung, und es ist Traum – und so zeigt es den Menschen, was sein kann. Es hilft bei der Verarbeitung und destilliert die Essenz heraus, die Grundlagen für einen neuen Tag.
Auftritt: die USA
In „Iron Man“ gibt es eine Szene: sie zeigt den an seinem „Armor“ arbeitenden Tony Stark auf der Couch, vor dem Fernseher. Die Weltnachrichten sind mal wieder schlecht. Irgendein Despot in irgendeinem kack Land unterdrückt oder ermordet mal wieder. Treibt sein Unwesen. Da reift ein Gedanke: Warum weiter den Sünden zusehen? Warum untätig bleiben. Es reicht. Er hat das Geld und die Mittel. Tony Stark erhebt sich und macht sich bereit. „Er kommt.“ Der Held, er startet seinen Iron Man Armor, fliegt um die Welt und greift ein: in das Live-TV des Fernsehens, in das Weltgeschehen, die Weltpolitik. Die ultimative Intervention.
Ist das eine Analogie auf den Hegemon Amerikas, die freihändige Weltherrschaft der Vereinigten Staaten von Amerika. Ja. Und ist es auch die Verdichtung der Idee einer „Weltpolizei“ in der Handlung eines Comichelden. Ja. Und jetzt das „Aber“. Denn es ist auch das Stillen der Sehnsucht der Menschen nach Erlösung. Dass einfach mal einer „was macht“. Mal „eingreift“. Die Initiative ergreift. Neudeutsch „Leadership“ zeigt. Pragmatisch und furchtlos. Wieder diese furchtbare Alpha-Attitüde, oder? Ja: genau. Aber nur halbgare Feministinnen können meinen, das wäre Männern vorbehalten. Sich einfach mal aufschwingen und auf den Tisch hauen, die Initiative ergreifen – das ist frei von Geschlechterdenken. „Homo actuosus“ ist mit „Mann der Tat“ ungenau übersetzt! Die „Can Do Mentality “ steht allen frei. Jeanne d’Arc hat das bewiesen, die Rüstung, den „Armor“ angelegt, das Pferd bestiegen und den Ritt mit KITT auf Orléans angetreten. Allein, nur mit dem Mut und der Überzeugung von der Redlichkeit der Sache.
Dieser Reiter ist nun wieder unterwegs. Er kommt. Und allein die Ankündigung lässt bei den Richtigen alle Last abfallen. Die Mundwinkel gehen wieder nach oben. Die Sonne geht auf. Ein goldener Strahl nach der Sintflut grauen Regens. Und bei den Falschen graben sich die Sorgenfalten in die Stirn. Nervosität macht sich breit, man blickt hilfesuchend um sich. Wohin fliehen? Wo verstecken?
Als Gefangene aus den Folterkellern der Hamas im Gazastreifen befreit wurden gab es diese Berichte. Es hieß, an dem Tag, an dem Donald Trump zum Präsident gewählt wurde, an diesem Tag wurden die Wärter und Folterknechte plötzlich „netter“. Das ist die Strahlkraft amerikanischer Macht. „Projection of soft power“ nennen sie das. Ein Lichtstrahl, der sich wie ein harter Laser in die dunklen Herzen der Falschen fräst. Die Kraft des Guten dringt ein und zerreißt den Dämon von innen.
Eben das kündigt sich an, gerade wieder zu geschehen. Und es ist nicht die Revolution der KI, die das vollbringt. Die seltsame Kraft der künstlichen Intelligenz, die gerade in unsere Welt bricht, ist nur der Vorbote der Macht und der Gewalten. Von den Guten richtig eingesetzt ist sie Seraphime und Erzengel, allsehender KITT, Ordnungsmacht und teilendes Schwert. Es wird die Gerechten von den Bösen und Toren trennen. Aber der edle Ritter, der Reiter, in glänzender Rüstung, Michael Knight, Amerika, ist unterwegs. Es kommt.
Freedom.gov geht online

Und die Vorboten sind da. Die Kunde vom Umsturz ist zu uns gedrungen. Sie kommt, gottgleich mystisch, digital daher. Sie schillert hellblau und fraktal über glühendem Horizont. Die Freiheit – sie kommt. „Freedom Is Coming„. Die amerikanische Regierung unter Donald Trump hat sich das Banner gegriffen und das Pferd bestiegen. Man stelle sich Mel Gibson in „Der Patriot“ vor. Oder eben Jeanne d’Arc. Das Visier heruntergeklappt und die Lanze gefällt. Die dolchartige Spitze nach vorn, den Gegnern, Miesepetern und Bösewichten entgegen. Aufgepasst Rumpelstilzchen. Aufgepasst ihr kleinen Teufel, jetzt komme ich!
Die Website freedom.gov zeigt einen Reiter in vollem Galopp, den Arm nach vorn, den Finger fest entschlossen nach vorn gerichtet: „Ja, du bist gemeint, A…“. Dieser Reiter rauscht aus einem Verpixelungseffekt in die Klarheit der Realität. In einer Zeitlupenanimation reitet er dem Unrecht entgegen. Furchtlos. Dynamisch. Kraftvoll. Unaufhaltsam wirkt das. Und das ist es.
„Information ist Macht. Beanspruche dein Menschenrecht auf freie Meinungsäußerung. Macht euch bereit.“
Diese Verheißung, sie ist sehr groß. Zu groß vielleicht. Auch Gott musste als Baby beginnen, die Mühsal der Menschwerdung erleben. Aufwachsen – aber auch zugrunde gehen.
Was nun?
Was wird diese Website leisten können? Wie wird das alles ablaufen? Wird es eine Art VPN Lösung? Hier schrauben Menschen. Wird es X oder Truth.Social? Es heißt, man werde jedem Weltenbürger die Möglichkeit geben, Informationen unzensiert zu erhalten. Wird man auch unzensiert seine Meinung posten, schreiben, hochladen und äußern dürfen? Wie geht das, mit diesem „alle sollen über eine amerikanisch IP ins Netz gelangen können“? Wird man sich die weltumspannende US-Netzwerkinfrastruktur zu Nutze machen? Tief in das Geflecht des Sündenpfuhls der Welt greifen und drin ‚rumrühren? Das ist alles so unglaublich! Die EU wird vor Wut kochen. Ach, sie tut es schon. Die Beamten werden sicher in diesem Moment in Stellung gebracht. Und die Despoten der Welt blicken sich bereits nervös um. Sicher kreisen bereits die geflügelten Anwälte um auf den dreisten Befreier einzupicken, ihre Krallen in das Erlöserfleisch zu schlagen.
Aber nicht dieses Mal! Nicht nur doofe NGOs können fehlgeleiteten Aktivisten die Gerichtsverfahren bezahlen! Die USA haben tiefe Taschen. Sollte sich dieser Move tatsächlich als ein Ausdruck der geballten Executive Power des amerikanischen Präsidenten zeigen – dann sind die Falschen hier machtlos. Supremacy heißt das. Eine „Sovereignty“, von der die EU nur träumen kann – und es auch tut. Arme Provinzpolitiker. Klempner der Macht. Es ist zu vermuten, dass ihr Streben, nicht nach dem Richtigen, sondern dem Falschen, intrinsisch in Ihren Taten einen Makel einfügt, der ihr Handelnd und ihre Projekte am Ende immer zu Fall bringt. Das Ende dieses ganzen Unsinns – es könnte nahe sein! Denn:
Sie kommt. Die Freiheit. „Freedom Is Coming“, Macht euch bereit.






